{"id":821,"date":"2010-05-30T07:57:55","date_gmt":"2010-05-30T05:57:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schaelsick.de\/mblog\/?p=821"},"modified":"2010-05-30T07:57:55","modified_gmt":"2010-05-30T05:57:55","slug":"im-zeichen-der-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schaelsick.de\/mblog\/2010\/05\/30\/im-zeichen-der-musik\/","title":{"rendered":"Im Zeichen der Musik"},"content":{"rendered":"<p>Denkw\u00fcrdige Nacht in Agia Galini. Nach einem sp\u00e4ten vorgestrigen Abend &#8211; den wir mit Babyfon und unseren &#8220;Eltern-Platz-Nachbarn&#8221; in der absolut empfehlenswerten Campingplatztaverne verbrachten &#8211; wollten wir gestern mal ein wenig fr\u00fcher ins Bett um Schlaf nachzuholen (Mathis zeigt wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr solche Erwachsenenaktivit\u00e4ten und ist konsequent um 07:30 Uhr wach). Gesagt, getan, 22:10 Uhr ging bei uns das Licht aus.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr zu gleichen Zeit passierten zwei Dinge, die den weiteren Verlauf der Nacht entscheiden beeinflussen sollten:<\/p>\n<ol>\n<li> Nebenan begann eine private Feier, bei der auch Live-Musik zum Besten gegeben wurde.<\/li>\n<li> In Oslo startete der &#8220;Eurovision Song Contest&#8221;.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Feier nebenan konnte man im Innern des Autos nur ged\u00e4mpft wahrnehmen &#8211; wenn man sich unten aufhielt, also z.B. in Mathis Bett. Die obere Etage unseres kleinen Heims zeichnet sich dagegen durch zeltstoff\u00e4hnliche W\u00e4nde aus, die akustischen Einfl\u00fcssen wenig entgegenzusetzen verm\u00f6gen. Mit anderen Worten: Julia und ich lagen akustisch quasi zwischen den G\u00e4sten der Feier, genauer gesagt: Vor der B\u00fchne der Live-Musik (Becke hat sich 1990 schon einmal zu den akustischen Eigenheiten von VW-Bussen ausgelassen &#8211; zusammengefasst l\u00e4sst sich sagen, dass man durchaus mal das Gef\u00fchl bekommen kann, inmitten einer Ziegenherde liegend durch Kauger\u00e4usche Wassermelonenverspeisender Griechen aus dem Schlaf gerissen zu werden). Die Musiker begann mit typisch-griechischen Kl\u00e4ngen, f\u00fcr manchen mag das schon ein Grund sein, die Flucht zu ergreifen, wir dagegen schlummerten selig ein, denn die Musik war sehr sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Das konnte man gegen 01:30 Uhr nicht mehr behaupten. G\u00e4ste und Musiker hatten sich offensichtlich in Rage gefeiert, der ein oder andere Tropfen Retsina oder Ouzo mag unterst\u00fctzende Wirkung gehabt haben. Jedenfalls \u00fcberzeugten die Musiker durch harte Gitarrenriffs (sofern die auf den griechischen Lauten m\u00f6glich sind), verst\u00e4rkt durch  brunftschrei\u00e4hnliche orale Begleitung und rhythmisches Klatschen der G\u00e4ste &#8211; jedoch offenbar zum Rhythmus der vorbeifahrenden Motorr\u00e4der, nicht zur Musik. Julia (mit Ohropax) schlief, Jonas war wach.<\/p>\n<p>Nachdem gegen 02:12 Uhr vor\u00fcbergehend Ruhe eingekehrt war, setzte die Musik um 02:31 Uhr wieder ein &#8211; offenbar hatten die Bandmitglieder zwischendurch noch eine Flasche Ouzo geleert, denn die Qualit\u00e4t lie\u00df nochmals sp\u00fcrbar nach, nicht jedoch die Lautst\u00e4rke. Um 02:58 Uhr war dann aber Gottseidank Schlu\u00df. Stille (jedenfalls fast, im Hintergrund h\u00f6rte man das leichte Gestampfe der Stranddiskos, aber das war ja nun wirklich harmlos und half eher, eine einschl\u00e4fernde Pulsfrequenz zu finden).<\/p>\n<p>Auftritt der 5 Mittvierzigerinnen (deutsch), die neben uns zelten. Sie waren offensichtlich im Dorf gewesen und hatten sich dort in einer Bar den Eurovision Song Contest angeschaut. Der war ja nun mit einem Erfolg von Lena Meyer-Landrut zuende gegangen, was durch die Damenrunde nochmal lauthals rekapituliert wurde (nicht ohne zwischendurch mehrere Mal das Lied zu &#8220;singen&#8221;). Scheint ein besonderes Ereignis gewesen zu sein, das der tiefgreifenden Analyse bedurfte, inklusive er\u00f6rternder Vergleiche zu anderen Liedern (&#8220;das t\u00fcrkische war auch sch\u00f6n&#8221;, &#8220;ich fand nat\u00fcrlich das griechische gut&#8221;, &#8220;wie war das spanische nochmal&#8221;). Offenbar fand die Diskussion unter erschwerten Bedingungen statt &#8211; vielleicht eine Art Spiel? &#8211; wie an den Zwischenrufen zu erkennen war (&#8220;wo ist mein Nachthemd?&#8221;, &#8220;ich halte Euch nicht mehr aus, nehme jetzt Ohropax&#8221;, &#8220;ist das dunkel hier&#8221;, &#8220;Sabine schl\u00e4ft schon, oder, Saaabiiinee?&#8221;), aber ich m\u00f6chte als Entschuldigung die Neigung griechischer Tavernisten zum Abf\u00fcllen jeglicher G\u00e4ste anf\u00fchren. Jedenfalls, als die Diskussion gerade beendet schien und es stiller wurde, musste Dagmar (Namen sind \u00fcbrigens frei erfunden) nochmal aufs Klo und Claudias Versuch, zu folgen, endete in einem Speiger\u00e4usch. Weitere Details erspare ich mir hier, jedenfalls haben alle anwesenden Damen nochmal besorgt geholfen. Es wurde dann aber endlich still, 04:23 Uhr.<\/p>\n<p>Auftritt des (herrenlosen?) Hundes, der sich bem\u00fc\u00dfigt sah, seinen \u00c4rger \u00fcber die wiederholten St\u00f6rungen durch lautes Gebell kundzutun. Verschiedene Anwohner der Platzes (nein, nicht die Damenrunde, die schlief nun selig) versuchten den Hund zu beruhigen. Fast bekamen sie das auch hin. Immer wieder mal wurde die Nacht durch eine unwirkliche Stille unterbrochen. Zum Gl\u00fcck wurde es dann ja langsam hell, und so gegen 05:43 sah auch der Hund ein, dass sich niemand mehr f\u00fcr seine Meinung interessierte.<\/p>\n<p>07:28 Uhr. Auftritt Mathis. Fr\u00fchst\u00fcck ohne Augen. Ein sch\u00f6ner Tag bricht an, wir fahren heute nach &#8220;Camping Sisi&#8221; &#8211; das war aber vorher schon geplant. Wir berichten dann und l\u00f6sen auch das Bilderr\u00e4tsel auf (bislang erst zwei L\u00f6sungen!).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denkw\u00fcrdige Nacht in Agia Galini. 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